7. März 2011

Die Akte (16): Hildegard Eid, Marianne dal Santo, Irma Becker, Sybillia Wil (Februar und März 1930)

Nach dem Mord an Gertrud Albermann Anfang November 1929 gab es (abgesehen vom Mord am Schwan im Hofgarten) keine weiteren Taten des "Düsseldorfer Serienmörders", zumindest wurden keine weiteren Überfälle der Polizei gemeldet. Dennoch war Peter Kürten ab Ende Februar 1930 wieder aktiv, wenngleich keine weiteren Frauen ermordet wurden. Die Fälle von Februar bis März sollen hier in einem Sammeleintrag nun kurz vorgestellt werden, da die Informationen zu den einzelnen glimpflich verlaufenen Fällen auch nicht sehr zahlreich sind.
Am 23.Februar 1930 wurde die 34jährige Hildegard Eid von Peter Kürten in der Schadowstraße angesprochen. Beide gingen zunächst zur Brauerei Schumacher und anschließend nach Grafenberg. Dort versuchte er gegen Mitternacht die Frau zu würgen, die sich aber heftig wehrte. Anschließend übten beide auf einer Bank Geschlechtsverkehr aus und Kürten brachte sie anschließend nach Hause in die Cranachstraße nahe des Hellwegs. Die Frau verspach Kürten kein Wort über das Würgen zu verlieren. Am 3.März 1930 trafen sich beide wieder, kehrten in verschiedenen Lokalen ein und gingen anschließend zu Kürtens Wohnung, wo sie in flagranti von Auguste Kürten erwischt wurden, die früher als normal Feierabend hatte. Kürtens Ehefrau forderte die Nebenbuhlerin auf zu gehen und begleitete sie sogar noch nach Hause.

Marianne dal Santo [Nachname siehe: Lenk / Kaever (Hg.): Peter Kürten, S.118.] wurde Mitte März von Kürten auf ein Bier ins Schumacher eingeladen. Laut Kürten erzählte sie, dass sie zu Perversitäten neige. Marianne dal Santo erklärte hingegen, dass Kürten sich als vermögender Junggeselle mit Villa vorstellte. Daraufhin gingen sie in den Grafenberger Wald. Kürten griff sie von hinten an und würgte sie. Die Frau versuchte auf ihn einzureden und als das nicht funktionierte, trat sie ihn, als er gespreizt über ihr stand. Sie floh und versteckte sich von 22- 6 Uhr in einem Gebüsch, wo sie "stundenlang" jemanden vorbeigehen hörte.

Ebenfalls im März 1930 lud Kürten die 22jährige Irma Becker, die er am Bahnhof traf, auf ein Bier ins Schumacher ein. Anschließend wollten beide in seine Wohnung, doch Kürten führte sie in den Grafenberger Wald zur Hirschburg. Dort wollte er sich an dem Mädchen vergehen, das sich jedoch wehrte und mit einem Schirm auf ihn einschlug. Kürten würgte sie, Irma Becker schrie laut und er stieß sie in die Wolfsschlucht hinab und ging.

Am 30.März 1930 traf Kürten Sybilla Wil auf der Königsallee. Er unterhielt sich mit der 29jährigen im Hofgarten und verabredete sich mit ihr zu einem Sonntagsspaziergang "im Wald", vermutlich ist auch hier der Grafenberger Wald gemeint. Während Kürten angab, dass es auf einer Bank zum Geschlechtsverkehr kam und er sie anschließend gewürgt habe, sagte Sybilla Wil aus, dass der Geschlechtsverkehr kaum zustande gekommen sei, da sie Kürten zurückgedrängt habe. Er hätte sie nicht gewürgt und noch bis Rath begleitet.[1]

Tatort (16): Fälle Eid, dal Santo, Becker, Wil  

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[1] Karl Berg: Der Sadist, S. 130f..
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Die vollen bibliographischen Angaben, soweit hier nicht genannt, sind am unteren Ende der Seite aufgeführt. (Zu erreichen über die ENDE-Taste)

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